Gekonnt eingepasst

Die IMA Schelling Austria GmbH stellt Plattenaufteil- und Präzisionssägen her und ist damit als Technologieführer weltweit tätig. Seit mehr als 100 Jahren wächst das Unternehmen kontinuierlich. Dem Wachstum entsprechend, entstand 2019 ein neues Headquarter am Standort der Firmengründung inmitten von Schwarzach (A), direkt am Bahnhof gelegen, das auch der gelebten Innovationskraft Ausdruck verleiht. Die vom Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT entworfene Firmenzentrale nimmt die bestehenden Gebäudestrukturen auf und fügt sich als neues Herzstück gekonnt ein. Als Totalunternehmer trug die i+R Industrie- & Gewerbebau zum Gelingen dieses Meilensteins in der Firmengeschichte wesentlich bei.

IMA Schelling Austria | Schwarzach (A) © ©Gregor Staschitz - g&d staschitz

Die Aufgabenstellung

Der Auftrag lautete, ein neues, attraktives Headquarter, bei dem der Mensch im Fokus steht, zu errichten. Um dafür Platz zu schaffen, wurden ein ehemaliger Verwaltungsbau und eine alte Werkshalle abgetragen. Der fünfgeschossige Neubau soll Raum bieten für moderne, kommunikative Arbeitsplätze, eine Kantine, einen Präsentations- und Vorführraum, Besprechungs- sowie Pausenräume.

Die Herausforderung

Laut geologischem Gutachten war der Untergrund für den 5-stöckigen Neubau nicht ausreichend tragfähig. Ein, auch wirtschaftlich, tragbares Gründungskonzept musste erarbeitet werden.

Die vorhandene Energieerzeugung durch Luftwärmepumpen sollte beibehalten und auf das neue Headquarter angepasst werden. Zugleich sollten diese mit einer Kühlfunktion ausgestattet werden, sodass künftig im Sommer mit der geplanten Heiz-Kühl-Decke das gesamte Gebäude klimatisch reguliert werden kann.

Die Überbauung der bestehenden Produktionshalle und der Technikanlage im 1. Obergeschoss musste während des laufenden Betriebes erfolgen. Die bautechnischen Anschlüsse von Wärme und Schall an die Bestandsgebäude stellten eine weitere Herausforderung dar.

Die Lösung

Auf knapp 3.700 m² bezogen insgesamt 220 Mitarbeiter ihren neuen Arbeitsplatz. Alle administrativen Bereiche des Unternehmens sind dadurch in einem Haus vereint. Kommunikative, offene Arbeitsräume, Meeting-Points und Besprechungsinseln verkürzen die Wege, Teamarbeit und eine verbesserte Kommunikation werden gestärkt.

Die Struktur der Fassade gliedert das Gebäude in zwei Teile. Der untere Bereich bildet eine Art Sockel, der die neue Zentrale mit den bestehenden Hallen verbindet. Darüber liegt der dreigeschossige Aufbau mit innenliegenden Büros, die durch den Innenhof, der den Mitarbeitern als außergewöhnlicher Pausenraum dient, belichtet werden.

Die Firmenzentrale besticht durch klare Linien, ist klar und funktionell. Eyecatcher im Empfangs- und Willkommensraum: die große, kupfer-bronzefarbene Empfangstheke mit dem imposanten Stiegenaufgang in Hammerschlag-Oberfläche.

Gründungskonzept
Aufgrund der gegebenen Baugrundverhältnisse, den beengten Platzverhältnissen und den Erfahrungen aus der Bauetappe I, die i+R ebenfalls als Totalunternehmer im Jahr 2014 realisierte, entschied man sich für ein mantelverpresstes Duktilpfahl-System. Dieses Pfahlsystem besteht aus duktilen Schleudergussrohren mit Muffen-Verbindungen, die in den Untergrund eingerammt werden. Der Keller des Bestandes wurde ebenfalls mit Pfählen verstärkt.

Energieerzeugung
Die vorhandene Energieerzeugung durch Luftwärmepumpen wurde auf die aktuelle Nutzung des neuen Headquarters angepasst. Durch in Aluminium-Wärmeleitprofile eingepresste Kupfermäander, die in der optisch und technische hochwertigen Metall-Kühldecke integriert sind, wird die Wärme bzw. Kälte nach dem Strahlungsprinzip abgegeben. Im Sommer entzieht die Klimadecke dem Raum die Wärme mittels angenehmer Strahlungskühlung. Im Winter fungiert die Decke wie ein Kachelofen und gibt die Wärmeenergie direkt an Personen und umliegende Flächen ab.

Bauarbeiten bei laufendem Betrieb
Um die Beeinträchtigungen für die Mitarbeiter während der gesamten Bauphase möglichst gering zu halten, wurde gegenüber des Neubaus für die Bauphase ein Containerdorf errichtet. So war ein ungestörter Firmenbetrieb mit räumlicher Nähe zu den Produktionshallen möglich.

Factbox zum Projekt Headquarter IMA Schelling Austria

  • Auftraggeber: IMA Schelling Group GmbH
  • Entwurfs- und Ausführungsplanung: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH
  • Bauzeit: 16 Monate 
    Abbruch von September bis Oktober 2017
    Neubau von November 2017 bis Dezember 2018
  • Nutzfläche: 3.618 m² 
    Umbauter Raum: 19.220 m³ 

Außenaufnahmen

Eingangsbereich, Stiegenaufgang

Büro

Innenhof

Aufenthaltsräume

Besprechungsräume

Präsentations- und Vorführraum